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Schulprogramm
(einstimmig verabschiedet in der Gesamtkonferenz vom 19.6.2006)
Die Wilhelm-Raabe-Schule - eine moderne Schule mit Tradition
Die Geschichte unserer Schule begann 1831 mit der Gründung einer privaten Höheren Töchterschule durch Carl Heinrich Friedrich Oltrogge; 1875 übernahm die Stadt Lüneburg die Trägerschaft. Der Umzug in das heutige Gebäude an der Feldstraße erfolgte im Jahr 1908; 1925 wurde unser Gymnasium nach dem Schriftsteller Wilhelm Raabe benannt.
Seit 2003 werden besondere schulische Aktivitäten der Wilhelm-Raabe-Schule unter dem Dach von UNESCO-Grundsätzen gebündelt. Für eine UNESCO-Projekt-Schule ist - in einer Kultur der Toleranz und des Friedens - ein besonderes Engagement in den Bereichen Mensch und Umwelt und Verständigung der Völker und interkulturelles Lernen grundlegend.
Leitbild
Im Sinne des UNESCO-Gedankens will unsere Schule junge Menschen dazu befähigen, zur demokratischen Gestaltung unserer Gesellschaft beizutragen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Verpflichtendes Vorbild ist Dr. Robert Brendel, Lehrer an der Wilhelm-Raabe-Schule von 1919-1934, der sich der Forderung der NS-Machthaber widersetzte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, und dafür mit Zwangsversetzung und Zwangspensionierung bestraft wurde. Was Robert Brendel seinen Abiturientinnen 1930 mit auf den Weg gab, gilt uns auch heute noch als pädagogische Grundorientierung:
Arbeiten wir mit daran, dass Sie eine Zukunft verwirklichen helfen, in der Gemeinschaft, Humanität und schöpferische Einheit des Lebens selbstverständliche Grundlagen allen Daseins sind.
Lernkultur
Für unsere Lernkultur sind die Förderung von Toleranz, Mitmenschlichkeit und Zivilcourage sowie die Verpflichtung auf ein Lernen in Vielfalt und Ver-lässlichkeit bestimmend. In Bildung und Lernen sehen wir eine wesentliche Bedingung für die Entfaltung der Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler; wir wollen sie zu eigenständigem, verantwortungsbewusstem, nachhaltigem Handeln anregen. Das persönliche Engagement jedes einzelnen sowie die Bereit-schaft sich anzustrengen halten wir für eine wichtige Voraussetzung schulischen Erfolgs.
In diesem Sinne bemühen wir uns darum, unseren Schülern eine gute Schulbil-dung zu ermöglichen. Für unsere Lernkultur ist entscheidend, dass
- Schüler solide fachliche und methodische Kenntnisse und Einsichten erwerben, in der Gewissheit, dass solche Leistung anerkannt wird,
- Schüler in einer anregenden Lernatmosphäre mit Interesse und Neugier mit-arbeiten,
- Schüler, Lehrer und Eltern in gemeinsamer Anstrengung auf die Einhaltung vereinbarter Regeln achten,
- die Einsicht in die wechselseitige Abhängigkeit von Rechten und Pflichten wächst,
- Lehrer, auch durch das eigene Vorbild, Schüler ermutigen, sich anzustrengen und einander mit Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz zu begegnen,
- Eltern und Schüler sich auf vielfältige Weise am Schulleben beteiligen und das Engagement einzelner - z.B. unserer Mediatoren und Klassenpaten - ge-würdigt wird.
In diesem Sinne soll unser Schulprogramm dazu beitragen, unser Gemeinschaftsgefühl zu stärken; in einem solchen Rahmen ist unsere Schule ein guter Ort des Lernens.
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LernangebotBildung und Erziehung unserer Schülerinnen und Schüler erfolgen durch gründ-liche, kontinuierliche, nachhaltige Arbeit und in Kenntnis tiefgreifender Verände-rungen im Lebenszuschnitt und im Verhalten Jugendlicher. In der Sek. I erhalten unsere Schüler durch die Stundentafel 2 eine breite Allgemeinbildung. In der Sek. II können sie entsprechend ihrem Interesse und ihren Stärken unterschiedli-che Schwerpunkte wählen. Vielfältige Arbeitsgemeinschaften ergänzen das Un-terrichtsangebot unserer Schule. In diesem Rahmen wollen wir das Lernangebot unserer Schule weiterentwickeln:
- Im Bereich der Sprachen liegt mit der Einführung von Französisch ab Jahr-gang 5 für jeweils eine Klasse ein eigenständiges Konzept vor, das sich durch die Vereinbarkeit von Englisch und Französisch und die Verknüpfung mit der Förderung besonders begabter Schüler als tragfähig erwiesen hat. Es soll mit Bezug auf das Angebot in der Sekundarstufe II weiter ausgebaut werden.
- Das frühe Angebot einer 3. Fremdsprache halten wir, angesichts unserer vielfältigen Kontakte zu Schulen andernorts, aber auch mit Blick auf ein zu-reichendes Verständnis der Geschichte Europas, für unverzichtbar. Latein oder Französisch kann ab Klasse 8 zusätzlich gelernt werden, beides mit wichtigen Abschlüssen (Latinum/DELF). Für weitere Fremdsprachen gibt es ab Klasse 10 Arbeitsgemeinschaften. Wir wollen unsere Schüler auch in der Zukunft darin bestärken, dieses Angebot wahrzunehmen.
- Schüleraustauschfahrten nach England, Frankreich und Schweden gehören seit Jahrzehnten zum Programm unserer Schule. Weitere Kontakte, in denen die Bereitschaft zu interkulturellem Lernen besonders deutlich wird, be-stehen zu drei Schulen in Südafrika und zu einer Schule in Brasilien. Seit Jahren unterstützen wir durch das Wilhelm-Raabe-Stipendium Schüler einer Oberschule in Gomel, Weißrussland. Eine enge Beziehung entwickelt sich gerade zur Naruto Senior High School, Japan. Wir halten diese Kontakte und freundschaftlichen Beziehungen für sehr wichtig, wollen sie weiterführen und nach Möglichkeit vertiefen.
- Die Einbeziehung außerschulischer Lernorte erscheint uns wünschenswert und geboten; deshalb beteiligen wir uns an Projekten, die, schulübergrei-fend konzipiert, sich fächerübergreifenden Fragestellungen widmen. Dies gilt z.B. für derzeit laufende Projekte in Zusammenarbeit mit der Robert-Bosch-Stiftung und das UNESCO-Tanzprojekt Wohin gehst Du? - Schritte in die Zukunft. Ein fächer- und länderübergreifender Ansatz wird mit dem Co-menius-Projekt Schulpartnerschaften verfolgt, in dem wir mit einer Schule in Polen und einer Schule in Litauen zu dem Thema Woher wir kommen - wo wir stehen - wohin wir gehen zusammenarbeiten wollen.
- Seit dem Schuljahr 2003/04 gibt es an der WRS Bläserklassen, in denen die Schüler, unterstützt durch Lehrer der Musikschule Lüneburg, ein Blasinstru-ment erlernen, gemeinsam musizieren und gemeinsam auftreten. Das Projekt Bläserklasse hat sich in kurzer Zeit überzeugend etabliert; an seiner Fort-entwicklung wird intensiv gearbeitet. Dieses Projekt ergänzt die vielfältige musikalische Arbeit im Musikunterricht, in Chor, Orchester und Bigband.
- Das Theaterspiel hat an unserer Schule eine lange Tradition mit zahlrei-chen guten Aufführungen unter breiter Beteiligung von Schülern und Leh-rern. Zu dem Konzept dieser Theaterarbeit gehört die Leitung von Theater-AGs auch durch engagierte Schüler. Die Theaterarbeit wurde durch die Ein-richtung des Faches Darstellendes Spiel auf eine breitere Basis gestellt; für das nächste Schuljahr sind Aufführungen in Zusammenarbeit mit den Fachgruppen Musik und Kunst geplant.
- Unsere Schule hat sich durch wirkungsvolles Energiesparen einen Namen gemacht; unser Projekt einer schuleigenen Solaranlage, für deren Bau und Wartung sich Schüler in einer AG engagiert haben, ist mehrfach ausgezeich-net worden. Dieses Engagement soll durch die Zusammenarbeit mit einer Schule in Tansania vertieft werden. Unsere Verantwortung für die Eine Welt äußert sich darin genauso nachdrücklich wie in unserer Unterstützung des Projekts EDUTAK, durch das Frauen in Südafrika beruflich qualifiziert werden, und in den Sammelaktionen von Schülern unserer 7./8. Klassen, die den Betrieb von zwei Lebensmittel-Mess-Stellen in den radioaktiv verstrahl-ten Gebieten Weißrusslands ermöglichen; beides ist auf Dauer angelegt.
- Durch schulinterne Wettbewerbe und durch die Teilnahme an Bezirks-, Landes- und Bundeswettbewerben motivieren wir unsere Schüler zu beson-derem Einsatz. Schüler der WRS haben in solchen Wettbewerben - z.B. beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen oder beim Wettbewerb Das ist Chemie - wiederholt gute Ergebnisse erzielt. Diese Arbeit erfolgt in Verbindung mit einem Konzept des Förderns und Forderns, das noch weiter auszubauen ist.
- Für die Identifikation mit unserer Schule wirken sich sportliche Erfolge von Schülergruppen - zum Beispiel im Rahmen von Jugend trainiert für O-lympia - günstig aus. Zur Verbreiterung unseres sportlichen Angebots streben wir eine verstärkte Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen an.
- In unserer Schülerfirma RaabeSoft machen Schüler praktische Erfahrun-gen im Wirtschaftsleben; Auftragsverhandlung und Softwareerstellung ge-hören gleichermaßen zu ihren Aufgaben. Erfolge in der Vergangenheit - z.B. durch die Teilnahme an der CeBIT - sind die Basis für die weitere Arbeit, für die immer wieder interessierte Schüler gewonnen werden sollen.
- Zur Förderung besonders begabter Schüler arbeiten wir in einem Ver-bund mit vier Lüneburger Grundschulen zusammen. Im Sinne des Auf-trags, diese Schüler von der Grundschule bis zum Abitur kontinuierlich und systematisch zu fördern, entwickeln wir gemeinsame Konzepte, so zu den Aspekten Sprachenerwerb und naturwissenschaftliches Denken. Die Zusammenarbeit soll künftig noch enger und damit wirkungsvoller werden.
- Von Schülern organisierte Schulveranstaltungen wie das Aulacafé und das Sportfest, Methodentraining ab Klasse 5, themenorientierte Projektar-beit, studien- und berufsorientierende Maßnahmen in den Klassenstufen 10 und 11, spezifische Lernmöglichkeiten in Arbeitsgemeinschaften (z.B. im Fach Kunst oder bei Jugend forscht) fördern das eigenständige Lernen, das zu entwickeln in allen Jahrgangsstufen ein wichtiges Ziel unserer schulischen Arbeit bleiben wird.
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